Geschichte - MARIENPFARRE

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Redemptoristen



Redemptoristen



Die Redemptoristen

Obwohl ein verhältnismäßig junger Orden, gehörten seine Mitglieder Revolutionsjahr 1848 mit den Jesuiten zu den meistgefürchteten und verfolgten Ordensleuten in Österreich. Entstanden ist diese Ordensgemeinschaft in Italien. Eines Tages hängte in Neapel ein junger, angesehener Advokat, dem man eine große Karriere voraushatte, wegen eines ungerecht verlorenen Millionenprozesses seine Robe an den Nagel und verließ das Gerichtsparkett für immer: Alfonso de Liguori (1696-1787). Er wurde ein Priester, der von seelsorgerischem Eifer brannte. In der gebirgigen Umgebung von Neapel gab es viele Hirten und arme Bauern, die soviel wie nichts über den christlichen Glauben wußten. Alfonso, der Aristokrat, machte sich zu ihrem Seelsorger. Durch seine blendende Beredsamkeit, seine volkstümliche Sprache und seine einnehmende Liebenswürdigkeit eroberte er sich die Herzen dieser Leute, denen niemand Aufmerksamkeit schenkte. Bald sah Alfons, dass er allein der Sache nicht gewachsen war. So suchte er sich Mitarbeiter, die sich wie er diesen Armen zur Verfügung stellten. Sie zogen in Gruppen von Priestern und Laienhelfern in die Dörfer der Gegend, wo sie einige Wochen blieben und „missionierten". Sie verkündeten die fundamentalen Wahrheiten des christlichen Glaubens; sie drangen auf ein konsequent christliches Leben, gottverbunden und weltaufgeschlossen; sie gründeten Aktionsgruppen und Vereine, um dem neuerwachten christlichen Geist Weiterbestand zu sichern. Dann zogen sie weiter, um anderswo dasselbe zu tun.
Da die Arbeit der Priester viel Anerkennung fand, wurden sie auch in andere Teile Süd- und Mittelitaliens gerufen. Zweifellos wäre die Ordensgemeinschaft der
„Redemptoristen" (Erlösermissionare) eine italienische Angelegenheit geblieben, wäre nicht ein Mann aus dem Norden zu ihr gestoßen: der Österreicher Johannes Hofbauer aus Taßwitz in Südmähren. Johannes Hofbauer (1751-1820), der sich später den Beinamen Klemens Maria gab, war aus ganz anderem Holz als Alfonso. Aus armen Verhältnissen stammend, war er zunächst Student in Wien. Enttäuscht vom Zeitgeist der Aufklärung  an der Wiener Universität zog er mit seinem Freund Hübl nach Rom, wo sich beide 1784 der Gemeinschaft der Redemptoristen anschlossen. Bald zu Priester geweiht, wurden sie in die Heimat zurückgesandt. Aber das Österreich Josephs II. und des sogenannten „Josephinismus" hatte für die alten Orden nichts übrig und schon gar nichts für einen neuen. So zog Hofbauer weiter nach Warschau, wo er eine sehr intensive soziale und seelsorgerische Wirksamkeit entfaltete und eine Reihe von Mitarbeitern gewann. Durch napoleonischen Erlaß aus Warschau verwaren die Redemptoristen im Norden wieder heimatlos und wurden zerstreut. Hofbauer ging nach Wien, wo er als Hilfsgeistlicher eine Anstellung fand.
Durch seine Predigten, durch seine Tätigkeit im Beichtstuhl, durch die Studentenseelsorge und die Betreuung der Kranken wurde der einfache Mann der Mittelpunkt des neuerstehenden katholischen Glaubens in Wien und darüber hinaus in Österreich.
„Durch ihn ist Österreich wieder katholisch geworden.“ (Hermann Bahr).
Allerdings war es ihm Zeit seines Lebens nicht vergönnt, irgendwo in Österreich, der Schweiz oder Deutschland seiner Ordensgemeinschaft eine bleibende Niederlassung zu verschaffen. Erst einige Tage nach seinem Tod gestattete der Kaiser die Zulassung der Gemeinschaft in Österreich und überließ ihr die Kirche „Maria am Gestade" in Wien 1, Passauerplatz, in der sich heute das Grab des hl. Klemens befindet.



Klemensgrab in der Kirche Maria am Gestade


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